Welche Unterlagen brauche ich für den Antrag auf Schulbegleitung?

Für den Antrag auf Schulbegleitung helfen ärztliche Stellungnahmen, eine Stellungnahme der Schule und Ihre Bedarfsbeschreibung. Hier ist die Checkliste.

Zuletzt geprüft am 27. Oktober 2026

Gute Unterlagen machen den Bedarf Ihres Kindes sichtbar und helfen dem Kostenträger bei der Entscheidung.

Kurze Antwort

Hilfreich sind ärztliche oder psychologische Stellungnahmen, eine Stellungnahme der Schule und gegebenenfalls ein sonderpädagogisches Gutachten. Besonders wichtig ist Ihre Beschreibung des konkreten Unterstützungsbedarfs im Schulalltag. Welche Unterlagen genau verlangt werden, unterscheidet sich je nach Kostenträger. Fehlende Dokumente können Sie in der Regel nachreichen, stellen Sie den Antrag also früh.

Der Kostenträger entscheidet über eine Schulbegleitung auf Grundlage der Informationen, die ihm vorliegen. Je klarer diese Unterlagen zeigen, wo Ihr Kind im Schulalltag Unterstützung braucht, desto besser kann der Bedarf eingeschätzt werden. Welche Dokumente genau verlangt werden, unterscheidet sich je nach Bundesland und Kostenträger. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Vorbereitung.

Welche Unterlagen sind in der Regel hilfreich?

  • Ärztliche oder psychologische Stellungnahmen: zum Beispiel von der Kinderärztin, aus einem Sozialpädiatrischen Zentrum oder aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie beschreiben die Diagnose und ihre Auswirkungen.
  • Stellungnahme der Schule: Lehrkräfte schildern, wie Ihr Kind im Unterricht und in den Pausen zurechtkommt und wo es Hilfe braucht.
  • Sonderpädagogisches Gutachten: falls bereits ein Förderbedarf festgestellt wurde.
  • Ihre Beschreibung des Unterstützungsbedarfs: eine Schilderung aus Elternsicht mit konkreten Beispielen.
  • Weitere Berichte: etwa von Therapeutinnen und Therapeuten oder aus der Kita, wenn der Schulstart bevorsteht.

Wie beschreibe ich den Unterstützungsbedarf?

Diese Beschreibung ist oft das Herzstück des Antrags. Diagnosen allein sagen wenig darüber aus, was Ihr Kind im Schulalltag konkret braucht. Gehen Sie den Schultag gedanklich durch und notieren Sie Situationen:

  • Ankommen, Orientierung und Wechsel zwischen Räumen
  • Konzentration und Arbeitsorganisation im Unterricht
  • Kommunikation mit Lehrkräften und Mitschülern
  • Pausen, Konflikte und der Umgang mit starken Gefühlen
  • lebenspraktische oder pflegerische Hilfen wie Essen, Toilettengang oder An- und Ausziehen

Beschreiben Sie sachlich, was passiert und welche Hilfe Ihr Kind dann braucht. Nennen Sie auch, was schon gut gelingt. Das macht Ihre Darstellung glaubwürdig und zeigt, wo Unterstützung ansetzen kann.

Sprechen Sie auch mit den Lehrkräften Ihres Kindes. Sie erleben den Schulalltag aus einer anderen Perspektive und können Ihre Beobachtungen ergänzen. Ein gemeinsames Gespräch erleichtert oft auch die Stellungnahme der Schule. Tipps dafür finden Sie im Beitrag Wie bereite ich das Gespräch mit der Schule vor?. Je besser Ihre Sicht und die Sicht der Schule zusammenpassen, desto klarer wird das Bild für den Kostenträger.

Was, wenn noch Unterlagen fehlen?

Warten Sie mit dem Antrag nicht, bis alles vollständig ist. Stellen Sie ihn so früh wie möglich und schreiben Sie dazu, welche Unterlagen Sie nachreichen. Termine für Gutachten können dauern, und auch die Prüfung beim Kostenträger braucht Zeit. Mehr dazu im Beitrag Wie lange dauert die Bewilligung?.

Tipp:

Schicken Sie immer Kopien, nie Originale. Legen Sie sich einen eigenen Ordner mit allen Schreiben und Bescheiden an.

Wenn Sie selbst oder jemand aus Ihrem Umfeld als Schulbegleitung arbeiten möchten: Care-er bietet eine Online-Weiterbildung zur Schulbegleitung mit Live-Unterricht und Lehrkräften an.

Nächste Schritte

  1. Bitten Sie Ärztin, Arzt oder Therapeutin und die Schule frühzeitig um eine schriftliche Stellungnahme.
  2. Schreiben Sie den Unterstützungsbedarf Ihres Kindes mit konkreten Beispielen auf.
  3. Reichen Sie den Antrag ein, wie im Beitrag Schulbegleitung beantragen beschrieben, und kündigen Sie fehlende Unterlagen an.

Häufige Fragen

Brauche ich unbedingt eine Diagnose?

Eine ärztliche oder psychologische Stellungnahme ist in der Regel sehr hilfreich. Fragen Sie beim Kostenträger nach, welche Nachweise in Ihrem Fall erwartet werden.

Muss die Schule eine Stellungnahme schreiben?

Eine Pflicht gibt es nicht überall, doch viele Schulen unterstützen Eltern gern. Eine Stellungnahme der Lehrkräfte zeigt den Bedarf aus Sicht des Schulalltags und ist deshalb wertvoll.

Kann ich Unterlagen nachreichen?

Ja, in der Regel ist das möglich. Stellen Sie den Antrag früh und vermerken Sie, welche Dokumente noch folgen.

Schulbegleitung: Welche Unterlagen für den Antrag?