Schulbegleitung ist eine sinnvolle Aufgabe für Menschen, die Kinder mit Unterstützungsbedarf im Schulalltag begleiten möchten.
Schulbegleiter werden Sie meist über eine Anstellung bei einem freien Träger der Jugend- oder Behindertenhilfe. Eine bundesweit einheitliche Ausbildung gibt es nicht. Neben Fachkräften werden häufig auch Quereinsteigende mit persönlicher Eignung eingesetzt. Üblich sind ein erweitertes Führungszeugnis und ein Nachweis über Masernschutz. Eine Weiterbildung gibt Sicherheit und verbessert Ihre Chancen.
Was macht eine Schulbegleitung?
Eine Schulbegleitung unterstützt ein Kind oder einen Jugendlichen mit Behinderung oder seelischer Behinderung, damit es die Schule besuchen und am Unterricht teilhaben kann. Je nach Region heißt die Tätigkeit auch Integrationshelfer, Inklusionsassistenz, Schulassistenz oder Teilhabeassistenz. Die Bezeichnung ist nicht geschützt.
Zu den Aufgaben gehören Hilfe bei Orientierung, Konzentration und Kommunikation, Begleitung in Pausen und auf Ausflügen sowie Absprachen mit Lehrkräften und Eltern. Mehr dazu lesen Sie unter Was macht die Schulbegleitung im Unterricht?
Welche Voraussetzungen brauchen Sie?
Eine bundesweit einheitliche Pflichtqualifikation gibt es nicht. Die Anforderungen legen Kostenträger und Träger fest. Manche verlangen Fachkräfte, etwa Erzieherinnen oder Heilerziehungspfleger. Häufig werden aber auch Menschen ohne pädagogische Ausbildung eingestellt. Üblich sind:
- ein erweitertes Führungszeugnis,
- ein Nachweis über Masernschutz, wenn Sie nach 1970 geboren sind,
- gute Deutschkenntnisse,
- Einfühlungsvermögen, Geduld, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit.
Ein Mindestalter ist nicht bundesweit geregelt, Träger stellen aber in der Regel Volljährige ein. Details finden Sie unter Welche Qualifikation braucht eine Schulbegleitung?
Wie bereiten Sie sich am besten vor?
Eine Weiterbildung zur Schulbegleitung gibt Ihnen Sicherheit für den Alltag und verbessert Ihre Chancen bei Trägern. Typische Inhalte sind Rolle und Rechtsgrundlagen, Behinderungsbilder, Kommunikation, Deeskalation, Zusammenarbeit, Dokumentation und Erste Hilfe. Care-er, ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger aus Berlin, bietet eine Online-Weiterbildung zur Schulbegleitung mit Live-Unterricht und Lehrkräften an. Fragen Sie dort nach den Fördermöglichkeiten. Mehr zu Online-Angeboten lesen Sie unter Gibt es eine Weiterbildung zur Schulbegleitung online?
Wo finden Sie eine Stelle?
Arbeitgeber sind meist freie Träger der Jugend- oder Behindertenhilfe, zum Beispiel Vereine, Wohlfahrtsverbände oder soziale Dienste. Die Schule selbst stellt in der Regel nicht ein. Manchmal stellen auch Eltern über ein Persönliches Budget direkt an. Die Arbeitszeit richtet sich nach dem Stundenplan des Kindes und liegt häufig in Teilzeit am Vormittag. Zum Gehalt lesen Sie mehr unter Was verdient man in der Schulbegleitung?
Wie läuft die Bewerbung ab?
In Ihrer Bewerbung zählen vor allem Motivation und persönliche Eignung. Beschreiben Sie, warum Sie Kinder mit Unterstützungsbedarf begleiten möchten und welche Erfahrungen Sie mitbringen, etwa aus Familie, Ehrenamt oder früheren Berufen. Im Gespräch fragen Träger oft, wie Sie mit schwierigen Situationen umgehen würden. Fragen Sie Ihrerseits nach Einarbeitung, Ansprechpersonen beim Träger, Vertragsdauer und Ferienregelung. Diese Punkte sind je nach Träger unterschiedlich und für Ihre Planung wichtig. Wenn Träger und Kostenträger einverstanden sind, lernen Sie das Kind und die Familie meist vor dem Start kennen.
Nächste Schritte
- Beantragen Sie ein erweitertes Führungszeugnis und prüfen Sie Ihren Masernschutz.
- Informieren Sie sich über eine Weiterbildung zur Schulbegleitung.
- Bewerben Sie sich bei Trägern der Jugend- oder Behindertenhilfe in Ihrer Region.